Die Konvention von Tauroggen

Die Konvention von Tauroggen

Zum Geleit

Welche Ursachen haben zur Konvention von Tauroggen geführt? In einem kurzen geschichtlichen Rückblick will ich aufführen, wie es dazu gekommen ist. Er fällt in die Zeit, als Napoleon I. nach der französischen Revolution von 1789 sich zum Kaiser der Franzosen krönte. Östereich und Preußen besiegt und nach der Schlacht von Jena und Auerstedt Herr von Europa wurde! Durch die Festlandsperre sollte England von seinen Handelsbeziehungen abgeschnitten werden. Rußland vereiteltet dieses Vorhaben jedoch weitgehend! Daraus resultierte schließlich der Angriff Frankreichs gegen Rußland. Die Grande Armee überschritt am 22.6.1812 mit 600.000 Mann die preußisch-russische Grenze und gelang zum Winteranfang nach Moskau (am gleichen Tag begann 1941 der deutsche Rußlandfeldzug). Preußen musste ein Korps zur Flankendeckung unter Yorck zur Verfügung stellen. Gegenspieler von Yorck war Diebitsch mit seinem russischen Korps. Der Schlesier Diebitsch und Yorck waren zu Beginn ihrer Soldatenzeit gemeinsam Kadetten in Berlin. Welch ein Zufall, welch eine Fügung!

Die Schwierigkeiten, denen die Grande Armee in Moskau ausgesetzt war, nahmen überhand. Moskau war von allen russischen Staatsinstitutionen entblößt. Der früh einsetzende Winter und der Gegener reduzierte den Nachschub für die napoleonische Armee drastisch. Die Kampfkraft sank, und die "Verbrannte Erde" zeigte durch das gelegte Feuer in der Stadt nun ihr Gesicht! Der Rückzug der Armee war unumgäglich. Napoleon floh in einem Schlitten weit vor der Truppe nach Frankreich. Beim Übergang des Heeres über die Beresina ging die Disziplin endgültig verloren. Durch das Einbrechen der Brücken verstärkte sich noch das Chaos, die Ordnung endete.

"Mit Mann und ross und Wagen hat sie der Herr geschlagen": Die beiden noch verfeindeten Korps von Yorck und Diebitsch erreichten ihre Ausgangspositionen in Nordostpreußen und Südlitauen. Und hier geschah das Wunder von Tauroggen! Die beiden Heerführer kamen mit Hilfe und Anstoß besonders von Diebitsch zusammen und schlossen Frieden für ihre Einheiten und Länder. Dieser Vorgang fand ohne die Zustimmung von König und Zar statt und führte zunächst zur Ablehnung durch Friedrich Wilhelm III. Seinen Offizieren erläuterte Yorck die Situation so, dass bei Gnade des Königs sie vielleicht mit dem Leben davon kämen, wenn nicht, dann müsten sie mit dem Gegenteil rechenen. Keiner seiner Offiziere trat tzrück!

In der Zwischenzeit hatte Yorck die Vertreter der Stände in Königsberg in einer Ansprache zur Kriegserklärung gegen Napoleon ermutigt. Sie stimmten zu, und als Folge wurde Yorck vom König bestätigt, der den Aufruf "An mein Volk" erließ, so dass Blücher später mit der Schlesischen Landwehr bei Wartenburg mit großartiger Hilfe des Yorckschen Korps über die Elbe ging und die Vökerschlacht bei Leipzig einleitete. Dies führte zum Sieg über Napoleon – Europa war gerettet und begann mit der Schadensbeseitigung.

Warum sind Personen und Handlungen aus den Befreiungskriegen 1812/13 für uns in Gegenwart und Zukunft von so großer und bleibender Bedeutung? Es sind die Vorbilder für uns aus einer Zeit, in denen große Männer bereit waren, für die Befreiung ihres Vaterlandes ihr Leben hinzugeben.

Und so sollten ihre Taten nicht in Vergessenheit geraten. Dafür ist die Nachbildung des Tauroggendenkmals in der Kaserne in Seedorf als Symol für die jungen Soldaten und Besucher gedacht und soll sie an die große Zeit Preußens erinnern.

Das Tauroggendenkmal, das 1912 aufgestellt wurde, besteht nicht mehr. Es ist nach 1945 zerstört worden. In den siebziger Jahren haben die Litauer einen eigenen Gedenkstein aufgestellt. Er steht unweit von Tauroggen an dem Bach Eszerunis nahe der ehemaligen Poscheruner Wassermühle. Der Gedenkstein trägt in litauischer und russischer Sprache die Inschrift:

"Hier, in der ehemaligen Poscheruner Mühle, unterzeichneten der königlich preußische Generalleutnant H. Yorck und der russische Generalmajor H. Diebitsch die Tauroggener Konvention zum gemeinsamen Handeln gegen die Armeen des französischen Kaisers Napoleon."

Klaus Hesselbarth


Inhalt

  • Zum Geleit
  • Die Konvention von Tauroggen
  • Einweihung des Tauroggendenkmals am 30. Dez. 1912 an der Mühle von Poscherun/Litauen
  • Graf Yorck von Wartburg – Lebenslauf
  • Graf von Diebitsch-Sabalkanski – Lebenslauf
  • Einweihung des Tauroggendenkmals am 2. Juni 2008 beim Fsch.Jg.Btl. 373 in Seedorf

  • Die Konvention von Tauroggen   Eine Dokumentation anlässlich der Einweihung des Tauroggendenkmals am 2. Juni 2008 beim Fsch.Jg.Btl. 373 in Seedorf   Broschüre mit 47 Seiten zusammengestellt und heraugegeben von Erich Sadlowski   4,- €uro

    Alle Preise zuzüglich Porto und Verpackung. Anfragen und Bestellungen richten Sie bitte an: buchversand@kreisgemeinschaft-ortelsburg.de.